Mittwoch, 3. August 2011

Nachtlärm

Der Umbau der Verkehrsstation (Bahnsteige und Zuwegungen) des Marburger Hauptbahnhofs geht in die zweite Etappe: die zweite Kante des Hausbahnsteigs wurde jetzt auch erneuert, und das heißt wohl, dass jetzt auch dessen Fußboden, Entwässerung und Kabelschächte gebaut werden - bisher war da nach dem Umbau der ersten Kante nur provisorischer Kiesbelag. Der Schutt, die Betonteile, Pflastersteine, Rohre und überhaupt alles werden auf einem Platz direkt vor meinem Fenster umgeladen, und zwar auch und gerade jetzt zu nachtschlafener Zeit. Ich werde wohl noch ein paar Tage damit leben müssen, dass nachts Lastwagen und Radlader in mein Zimmer dröhnen.
Das erinnert mich daran, dass ich das Prellblog schon wieder sträflich vernachlässigt habe. Das hat unter anderem den Grund, dass ich wegen der ganzen Misere mit Stuttgart 21 schon seit Monaten merke, dass meine Lust, mich mit Bahnthemen zu beschäftigen, immer weiter in den Keller geht. Mit dem Unfug, jetzt auf einmal, weil Geißler eine zündende Idee hatte, eine vor 15 Jahren verworfene Bauvariante wieder auszugraben, in die man auch erst einmal wieder Jahre an Zeit und einen wahrscheinlich dreistelligen Millionenbetrag an Planungskosten investieren müsste, bevor sie dort ankommt, wo die beschlossene Variante heute ist, will ich mich überhaupt nicht befassen - ich sträube mich regelrecht körperlich dagegen, auch wenn das sicherlich keine sehr fachmännische Reaktion ist.
Dieser Tage war eigentlich entweder ein Artikel über Kabeltiefbau (eine bei der Eisenbahn überraschend wichtige Sache) oder eine Polemik des Titels »50 Gründe, warum die Bahn als Verkehrsmittel völlig unbrauchbar ist« geplant, aber ich kann mich zu keinem von beidem durchringen. Saure Gurken also - ich kann meine LeserInnen nur um Verzeihung bitten, dass hier nichts passiert, aber auch zu einem x-beliebigen Hintergrundartikel fehlt mir die Motivation. Und das, paradoxerweise, obwohl der wachsende Erfolg der Eisenbahn als Beförderungsmittel mir derzeit klarer vor Augen steht als zu den meisten Zeitpunkten in der Vergangenheit.
Vielleicht kann ja jemand etwas Inspirierendes kommentieren :)

Kommentare:

Rycon hat gesagt…

Inspirierendes leider nicht, aber ich kann gut nachvollziehen, was Du meinst. Ständige Nörgeleien, unqualifiziertes Geplapper, verhärtete Fronten und jede Menge Propaganda – da ist eine Null-Bock-Phase verständlich. Sag ich aus eigener Erfahrung.

Aber die Welt der Eisenbahn besteht (zum Glück) aus viel, viel mehr als dem leidigen 21-Thema. Das Ganze am besten ausblenden und alles, was mit Durchgangs- oder Kopfbahnhöfen zutun hat, umschiffen. Interessante und spannende Dinge finden und darüber unaufgeregt und fachkundig schreiben – vielleicht das beste Rezept.

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich übrigens den Artikel über Kabeltiefbau wählen. :)

Als Themenvorschlag für irgendwann: Zeit/Uhr/Zeitmessung. Im Eisenbahnbereich kommt ja schließlich alles auf die richtige Zeit an.

Aufmunternde Grüße aus Hamburg,
Rycon.

Anonym hat gesagt…

Wie wäre es mal mit einem Meta-Artikel über Eisenbahnblogs und / oder über Berichterstattungen und Kommentare im Netz zum Thema Eisenbahn? Wenn es nicht Hetzte, Werbung oder Modellbau-relevant ist, wird die Auswahl eng...